UNESCO Welterbe Lübeck: 9 Tipps für die Altstadtinsel

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UNESCO Welterbe Lübeck: 9 Tipps für die Altstadtinsel

Seit 1987 gehört die Altstadt von Lübeck zum UNESCO Welterbe. Ausgezeichnet wurde dabei kein einzelnes Wahrzeichen, sondern ein gewachsenes Stadtgefüge, das bis heute als lebendige Mitte der Stadt funktioniert. Die Auszeichnung war übrigens ein Novum. Nie zuvor war in Nordeuropa gleich ein gesamtes Viertel zum Welterbe erhoben worden.

Was genau in Lübeck gehört zum Welterbe?

Das Welterbe Lübeck umfasst den mittelalterlichen Stadtkern auf der Altstadtinsel, die vollständig von Wasser umschlossen ist. Hier ist der historische Stadtgrundriss bis heute klar erkennbar: die großen Nord-Süd-Achsen, die schmalen Rippenstraßen und auch die berühmten schmalen Gänge und Höfe, die heute oft versteckte Stadtoasen sind. Du kannst die Altstadtinsel bestens zu Fuß erkunden, von Nord nach Süd misst sie knapp 2,5 Kilometer, in Ost-West-Richtung sind es keine zwei Kilometer. Offiziell teilt sich das Lübecker Welterbe in drei Zonen:

Das Zentrum der Altstadtinsel …

... erstreckt sich rund um den Markt. Zu den berühmtesten Bauten hier gehören:

  • Das Lübecker Rathaus – architektonisch ein beeindruckender Stilmix aus Gotik, Renaissance und Rokoko. Bei einer Führung kannst du auch den berühmten Audienzsaal entdecken. Übrigens: Auch die Urkunde, die Lübecks Welterbe-Titel bestätigt, ist hier ausgestellt.
  • St. Marien ist nicht nur die größte Backsteinkirche der Stadt, sondern auch Vorbild für viele Kirchen im Ostseeraum – und ist bis heute ein Ort, an dem sich die Geschichte Lübecks besonders eindrücklich verdichtet. Die herabgestürzten Glocken erinnern an die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg.

Zwischen Petrikirche und Dom: Südwesten der Altstadtinsel

Wer am Hauptbahnhof ankommt, nimmt Lübecks berühmtestes Entrée in die Altstadtinsel:

  • ... das Holstentor, bis heute Wahrzeichen und über Jahrhunderte Zugangstor zur mächtigen Handelsstadt. Tipp: Schau dir das Holstentor auch von innen an, das Museum Holstentor erklärt unter dem Titel “die Macht des Handels”, wie Lübeck zur wichtigsten Stadt des Ostseeraums wurde.
  • Gleich gegenüber direkt an der Trave liegen die Salzspeicher, eine Reihe von Lagerhallen aus Backstein, die im 16. Jahrhundert entstanden, um das weiße Gold hier zu deponieren.
  • Die älteste Kirche der Stadt ist schlicht und erhaben: Stadtgründer Heinrich der Löwe legte 1173 den Grundstein für den Lübecker Dom. 1942 wurde der Bau von Kriegsbomben zerstört, 18 Jahre später begann man mit dem Wiederaufbau.

Wo alles begann: Norden und Osten der Altstadt

Der Lübecker Burghügel ist der Ort, an dem die Stadt gegründet wurde. Was du hier anschauen solltest:

  • Burgkloster und Burgtor: Das ehemalige Dominikanerkonvent kannst du gut mit einem Besuch im Europäischen Hansemuseum verknüpfen. Im Museumsticket ist der Zugang zum Kloster inbegriffen und du erlebst dort einen Ort mit einer besonderen Stimmung: Die Klosteranlage geht zurück auf das Jahr 1229, du siehst kunstvoll verzierte Deckengewölbe, manchmal läuft leise Musik, und Figuren von Mönchen erinnern an die ursprüngliche Funktion des Ortes, der im Lauf der Jahrhunderte auch anders genutzt wurde – etwa als Armenhaus, Gefängnis oder Gericht.

  • Am Koberg steht das Heiligen-Geist-Hospital: Nicht nur ein Meisterwerk der Backsteingotik, sondern auch eine der ältesten sozialen Einrichtungen in ganz Europa. Nur ein paar Schritte entfernt findest du die Kirche St. Jakobi.
  • Und noch zwei weitere Kirchen und zwei Klöster gehören zu diesem Teil des Welterbes: St. Aegidien, St. Katharinen mit dem Katharinenkloster und das Museumsquartier St. Annen mit der Kunsthalle St. Annen.

Warum wurde gerade Lübeck zum Welterbe ernannt?

Die auf der Hand liegende Antwort: Weil Lübeck als führende Hansestadt im Ostseeraum eine besondere historische Rolle gespielt hat und der Reichtum dieser Zeit bis heute in der Stadt sichtbar ist. Stimmt alles – aber es gibt noch einen weiteren Grund.

Dass Lübeck heute UNESCO Welterbe ist, liegt auch an der Entscheidung, nach den schweren Zerstörungen von 1942 die Altstadt nicht neu zu erfinden, sondern behutsam wieder aufzubauen. In der Stadt formierte sich in den 1970er Jahren eine der erste Bürgerinitiativen, die gegen die Modernisierung und Neustrukturierung der Innenstadt protestierte. Auf dem Tisch lagen damals Pläne, die vorsahen, bis zu 40 Prozent der erhaltenen Bausubstanz abzureißen und durch moderne Bauten zu ersetzen. Seinen Welterbestatus verdankt Lübeck auch dem Einsatz der Bürger*innen, die damals dagegen ihr Veto einlegten und sich noch heute aktiv für den Denkmalschutz engagieren.

Wenn du Hintergründe zu Lübecks Welterbe erfahren möchtest, empfehlen wir dir eine Tour mit den Lübecker Stadtführern – unsere detaillierten Tipps zum Lübecker Welterbe haben wir hier für dich zusammengestellt.

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