Was du beim Landurlaub im Dresdner Elbland erleben kannst? Hier kommen die wichtigsten Infos für deinen Urlaub – und ein besonders schönes Dorf stellen wir dir im Detail vor. Denn: Gerade dieses Dorf ist der perfekte Ausgangspunkt, um diese Region zu entdecken. Hier findest du ein Pracht-Beispiel für den Barock, der nicht nur Dresden, sondern auch das umliegende Elbland stark geprägt hat. Das erwartet dich im Elbland:
August der Starke, im späten 17. und im 18. Jahrhundert Kurfürst von Sachsen und König von Polen, gilt als einer der schillerndsten Herrscher seiner Zeit. Angeblich hatte er eine solch enorme physische Kraft, dass er sogar Hufeisen mit bloßen Händen biegen und Münzen zerbrechen konnte. Berühmt – und ziemlich berüchtigt – war er außerdem für seine ausschweifenden, oft wochenlangen Feste, mit denen er den Hof von Dresden zu einem echten In-Spot für den europäischen Adel machte. Ähnlich ausschweifend wie seine Feste war sein Liebesleben: Er soll 300 bis 365 uneheliche Kinder mit unzähligen Mätressen gezeugt haben, von denen er jedoch nur wenige – wie den berühmten Grafen von Saxe – offiziell anerkannte.
Die wichtigsten Meilensteine für Dresden und das Elbland unter August dem Starken:
Wirtschaftsboom: Unter seiner Herrschaft stieg Sachsen zu einem der bedeutendsten Handels- und Umschlagplätze in ganz Mitteleuropa auf. Die Gründe waren unter anderem: August der Starke stärkte die Leipziger Messe, modernisierte die Infrastruktur und führte strenge Zölle auf Importwaren ein, um die heimische Produktion vor Konkurrenz zu schützen. Außerdem förderte er gezielt Manufakturen für hochwertige Luxusgüter, was zum Beispiel hierzu führte:…
Erfindung des Porzellans: Unter seiner Regie gelang es Johann Friedrich Böttger, das Geheimnis zur Herstellung des "Weißen Goldes" zu knacken. 1710 gründete August der Starke per Dekret die erste europäische Porzellanmanufaktur in Meißen.
Kunst und Kultur: Mit systematischen Ankäufen legte August der Starke das Fundament für die heutige Gemäldegalerie Alte Meister – noch immer eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Und mit dem Grünen Gewölbe gründete er jene legendäre Schatzkammer, um seine kostbaren Juwelen, Gold- und Bernsteinschätze zu präsentieren.
Dresdner Barock: Dresden wurde unter seiner Herrschaft zu einer wichtigen europäischen Metropole. Auf einen Schlag brauchte die Stadt viele repräsentative Bauten – gestaltet wurden Zwinger, Hofkirche, Frauenkirche und viele weitere Dresdner Wahrzeichen ganz im Stil jener Zeit: dem Barock. Aber nicht nur Dresden veränderte sich stark unter August dem Starken: Er animierte den Adel dazu, sich ebenfalls Barockpalais in die sächsische Landschaft zu bauen. Daher finden sich noch heute prächtige Barockensembles selbst in kleinen Dörfern – wie zum Beispiel in Zabeltitz, einem Dorf rund 50 Kilometer nördlich von Dresden.
Schloss Moritzburg: August der Starke ließ das ehemalige Jagdhaus ab 1723 in ein prachtvolles barockes Jagd- und Lustschloss verwandeln – auf einer künstlichen Insel mitten im See. Hier veranstaltete er seine legendären Hoffeste und herbstlichen Treibjagden. Heute ist es eines der großen Sightseeing-Highlights im Elbland: Auch, weil es als Kulisse für den Filmklassiker “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ deutschlandweit bekannt wurde.
Barockgarten Großsedlitz: Nicht weniger als ein “sächsisches Versailles“ wollte August der Starke hier schaffen, als er die Anlage 1723 kaufte. Auch wenn das ehrgeizige Projekt aus Geldmangel nie ganz vollendet wurde, nutzte er den Garten doch für seine rauschenden Feste. Der Park beeindruckt auch heute noch, gerade in den Sommermonaten. Dann werden über 200 Zitrus- und Pomeranzenbäumchen aus den Orangerien ins Freie geholt und zwischen den Terrassen und den rund 60 barocken Sandsteinskulpturen aufgestellt. Jeweils zur vollen Stunde werden zwischen 13 und 17 Uhr außerdem die historischen Wasserspiele angestellt.
Schloss und Park Pillnitz: August der Starke schenkte seiner berühmtesten Mätresse, der Gräfin Cosel, dieses Anwesen direkt an der Elbe. Als er ihrer überdrüssig war, forderte er es zurück. Und ließ das Ensemble zu einer prunkvollen “Spiel- und Lust-Residenz“ im damals modischen fernöstlichen Chinoiserie-Stil umbauen. Highlight hier: Im “Ringrenngebäude“ in der Orangerie, 1725 von Matthäus Daniel Pöppelmann entworfen, steht ein originalgetreu rekonstruiertes barockes Karussell: Einst fuhren hier die Hofdamen im Kreis und stachen von den Holzpferden aus mit Lanzen nach aufgehängten Ringen.
Schloss Wackerbarth: Ab 1727 ließ sich the enge Vertraute Augusts des Starken und Generalfeldmarschall, Reichsgraf Christoph August von Wackerbarth, einen Altersruhesitz bei Radebeul bauen. Der Kurfürst selbst war hier regelmäßig zu Gast. Heute ist das Ensemble aus Barockschloss, Belvedere-Schlösschen und terrassierten Weinbergen Sächsisches Staatsweingut.
Barockgarten Zabeltitz: Auch dieses Anwesen wollte August der Starke eigentlich selbst umbauen – schenkte es dann jedoch 1728 seinem Freund, dem Reichsgraf von Wackerbarth. Der ließ sich hier das heutige Barockpalais errichten und beauftragte den berühmten Hofbaumeister Johann Christoph Knöffel mit der Gestaltung des Gartens. Der war übrigens auch Architekt des Barockgarten Großsedlitz – beide Anlagen gelten als am besten erhaltene Beispiele für französische Gartenbaukunst in Deutschland.
Was “Urlaubsdörfer“ sind? Diese Dörfer sind für ihre Gastfreundschaft und ihre hohe Qualität zertifiziert. Mehr Informationen über diese besondere Art des Landurlaubs findest du hier: sachsen-tourismus.de/reiseziele/landurlaub
Und das Urlaubsdorf im Dresdner Elbland stellen wir dir in unserem plazy-Podcast places to go vor: Zabeltitz ist ein besonders schönes Beispiel dafür, wie der Barock in Sachsen auch die kleinen Orte geprägt hat. Alle Infos zum Dorf findest du weiter unten, und einen ersten Überblick zum Dresdner Elbland kannst du direkt hier hören: